Viele Halter von ehemaligen Einzeltieren bestätigen einige Monate nach der gelungenen Vergesellschaftung, dass ihre Ratten weiter aufgeblüht sind - obwohl sie auch vorab zufrieden erschienen. Die Ratten sind ausgeglichen, zufrieden und insgesamt im Verhalten einfach abgerundeter.
Wir haben in all den aktiven Jahren der Aufklärungsarbeit keinen einzigen Rattenhalter kennengelernt, der die Vergesellschaftung seines Einzeltieres bereut hätte. Oder, dem sie zumindest nachträglich egal gewesen wäre.
Der Mensch kann dem Tier niemals den Artgenossen ersetzen, egal wie sehr er sich bemüht. Dieser Satz zieht sich seit Jahren als roter Faden durch unsere Beschäftigung mit Haustieren. Und uns wird immer klarer, wie wichtig ein Artenosse für ein Haustier ist. Die Ratte ist ein reines Rudeltier.
Verhaltensstörungen sind bei einem Einzeltier im sozialen Bereich unvermeidbar. Es kann sich irgendwann kaum noch daran erinnern kann, wie ein korrektes Zusammenleben mit seinen Artgenossen funktioniert. Und dieser Verlust wirkt sich beim Einzeltier irgendwann auch auf den Alltag aus. Ratten die Artgenossen haben, führen einen offeneren und ausgeglicheneren Umgang mit ihren Haltern. Vor allem deshalb, weil sie sich in der Rattengruppe das von ihren Artgenossen holen können, was Ihnen der Mensch nun einmal nicht geben kann. Ob es nun das gegenseitige Putzen oder die Körperwärme der anderen Ratte im Schlaf ist - selbst die größte Liebe des Rattenhalters kann nicht ersetzen, was ein Artgenosse in den Alltag einbringt.
Die sozialen Probleme zeigen sich aber nicht immer in der Einzelhaltung. Erst dann, wenn die einzeln gehaltenen Ratten wieder auf Artgenossen treffen, zeigt sich das volle Ausmaß. Denn dann wird die Vergesellschaftung sehr schwierig, da sie keine Artgenossen mehr akzeptieren können.


